illuminierte Stulpen / das Fazit

Veröffentlicht in: Kleidung, Stricken | 4

Ta-dah! Die doppelwandigen Stulpen sind fertig, solide wie isolierte Häuser, die sich gegen die kommende Winterkälte stemmen. Und irgendwie auch genauso hübsch beleuchtet wie Fenster in der Dämmerung. Heimelig, cozy, flauschig, sooo schöne Farben – gut, dass ich in letzter Sekunde das grüne Mohair statt pink Merino gewählt habe. Danke für Eure lieben und hilfreichen Tipps und Kommentare! Das ist genauso wärmend wie Wollstulpen.

Hier ein paar pure Fakten zum Projekt:

1) Das Muster ist aus dem Buch “Double-Face Accessoires” (siehe meinen Strickanfang hier)

2) Ich schwanke ja zwischen “Hilfe, meine Garnreste quellen über!” und “Ich liebe meinen Garnfundus!”, aber momentan fühlt sich das Reduzieren der Körbe gut an. Für ein paar Stulpen Garn zu kaufen wäre sowieso albern gewesen, also hab ich einen Rest Sockenwolle Lana Grossa und ein irgenwann mal optimistisch gekauftes und nie angefangenes Knäul Rowan Kid Silk Haze verwendet.

3) Gestrickt mit Nadelstärke 3. Nach den ersten Versuchen mit kurzen Holznadeln und langen schweren Metallnadeln habe ich mir den Luxus von noch einem Holznadelspiel Nr. 3 in 18 cm Länge gegönnt. Eigentlich mag ich eh nur noch mit Holz stricken. Metall fühlt sich komisch unangenehm an, findet Ihr nicht?

4) Die unterschiedliche Fenstergröße ergibt sich aus unterschiedlicher Fadenspannung. Daran hab ich im laufenden Projekt gearbeitet, es schwankte hin und her und die Fenster wurden größer und kleiner. Insgesamt habe ich die Musterreihen auch reduziert, meine Stulpen sind quasi viergeschossig statt fünfstöckig wie im Original.

5) Doppeltstricken hat schon was. Aber gut, dass ich es an harmlosen Kästchen ausprobiert habe. Als ich vor Beginn von den unendlichen Möglichkeiten las, wollte ich sofort ein überbordendes Muster konstruieren (im Studium hatte ich mal auf dem Papier Audrey Hepburn mit Sonnenschirm als Jacquardentwurf ausgearbeitet, DAS wär was als Doppelgestrick!). Aber jetzt klopf ich mir einfach mal auf die Schulter, weil ich diese einfachen Klötzchen so schön hinbekommen habe, mehr muss echt nicht, sorry, Audrey!

6) Abends am 31.10.  ist ein eher ungünstiger Zeitpunkt für Doppelgestrick auf den Nadel und komplizierte Garngebilde um die Finger: Halloween! – ständig klingeln kleine Monster an der Haustür. Eh man den Faden wieder aufgenommen hat, steht das nächste Monster vor der Tür.

7) Ein Fünf-Gänge-Menü mit Stäbchen essen sollte jetzt kein Problem mehr für mich sein.

So long, Darlings!
xx

4 Antworten

  1. Marlies

    Hallo Hilde,
    Gratulation zu diesem Meisterwerk!
    So unschuldig flauschig und rüschig kommen die Stulpen daher, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten – und dabei haben sie´s sicher faustdick hinter den Ohren, was ihren Entstehungsprozess anbetrifft – das perfekte Understatement! Ich bewundere dich sehr für dein Können und deine Geduld (beides hält sich bei mir in eher überschaubaren Grenzen….)
    Liebe Grüße,
    Marlies

  2. Angelika

    Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Stulpen sind wunderschön. Aber Audrey mit Schirm würde ich schon gern doppelgestrickt sehen 🙂 Ausserdem ist doppelstricken von geraden Flächen nicht halb so schwer wie mit dem Nadelspiel. Ich stimme also für ein Audrey-Kissen 🙂
    Liebe Grüße
    Angelika

  3. Elfin

    Hallo, liebe Hilde,
    herzlichen Glückwunsch zu Deinem Viergestöck! Es sieht w u n d e r b a r aus!
    Ich erspare mir dieses sich schwieriganhörende Bauwerk, das macht mich unentspannt, und ich will ja yogamäßig entspannen beim Handarbeiten 😉

    Liebe Grüße von Elfin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.