Novembersüße

Veröffentlicht in: Jahresrad, Lieseln | 5

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Novembernebel, Geheul und Wandel. – Vielleicht versüßt das November-Angebot in der Lieselei (zu jedem Lieselbuch 1x Papierschablonen nach Wahl gratis, zum reinen Buchpreis) der ein oder anderen Lieslerin die dunklen Abende, oder die einer lieben Freundin. Denn ich weiß ja, wie über den wundervollen November gejault werden kann, wenn Nacht und Nebel zu lang und zu dicht werden und etwas Farbe ins Leben muss.

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Ich mag den November. Ich weiß, das sag ich jedes Jahr. Und jedes Jahr bin ich wieder entzückt, wenn November ist. Mit dieser Meinung schwimme ich im Großen und Ganzen gegen den Strom. Und ja, es ist dunkel, es wird kalt, man nimmt Abschied von Jahr und Garten und fühlt all das Blühende und Wachsende durch die Finger gleiten, Moder, Moos und Pilze. Wird jemals wieder eine Blüte aus diesem tristen Boden treiben? Ja. Wird sie. Aber erstmal wird Platz gemacht. Und auch wenn der Spätherbst dunkel und grau ist, ist er doch das Negativ, die Vorbereitung für das unbeschriebene weiße Blatt, auf dem wieder alles möglich ist. Und weil die Sonne besonders golden ist, wenn sie denn mal golden scheint, im November, und ja, weil ich ein Novemberkind bin, habe ich das Gefühl, den liebenswerten November mit seinem Nebel und seinen in den Boden sinkenden Blättern ab und zu mal hochhalten zu müssen und zu sagen, seht her, er ist einer von Zwölf, nur mit ihm ist das Jahr vollständig! Fast hätte ich gesagt: Ihn ab und zu mal in den Arm nehmen zu müssen – das freut ihn natürlich auch, aber brauchen tut er das nicht, er ist nämlich stark und präsent und schafft das getrost ganz alleine.

Vielleicht freut sich aber der ein oder andere Mensch, wenn er denn (konkret oder im weitesten Sinne) ab und zu mal in den Arm genommen und gedrückt wird, wenn der Novembernebel gar zu grau ist. Und weil es vom tröstlichen Licht und nettem Austausch nicht weit bis zum geselligen Handarbeiten ist, mit Tee und Kerzen, Farben und weichem Material, können wir unser Nähkörbchen jetzt ruhigen Gewissens vorholen und in aller Weltenruhe farbige Werke schaffen, und uns selber bestätigen: Im Frühling wachsen die Blumen wieder. Aber erstmal zur Ruhe kommen…

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5 Antworten

  1. liesel

    Hoi, mein Deern,
    erst jetzt sah ich dein hübsches, wohltuendes November-Gedicht. Es spricht mir wieder mal aus der Seele. Vielleicht machen deine Gene auch dabei mit? Denn ich liebe den November schon seit ich denken kann. Und wie könnten wir uns auch ohne ihn auf den Frühling freuen ?!?
    Bis bald. Liebe Grüße von Mama

  2. Elfin

    Liebe Hilde,
    der Text geht mir runter wie warmer Tee mit Vanille 🙂 Danke für den Novemberschauer auf der Haut.
    Deine Sechsecken leuchten wirklich wunderbar!

    Liebe Grüße
    Sabine

  3. Birgit

    Liebe Hilde,
    ich mag den November eigentlich ganz gerne, läutet er doch die stade Zeit ein. Das schlechte Gewissen, bei Sonnenschein an der Nähmaschine verschwindet, der Kamin bullert gemütlich vor sich hin. Der Teedurft zieht durchs ganze Hause. Dein Vergleich mit der dunklen Zeit im Leben eines Mitmenschen finde ich so schön. Ich hoffe bald meine Freundin wieder in die Arme nehmen zu können, bei ihr ist das kleine Stückchen Grün am Himmel wieder zu sehen.
    Liebe Grüße und viele viele schöne neue Ideen für uns.
    Ich warte sehnsüchtig auf ein neues Büchlein.
    Liebe Grüße
    Birgit

  4. Angelika

    Liebe Hilde,
    ich mag den November nicht so gerne, aber ohne geht´s ja nicht und außerdem ist unser Sohn ein Novemberkind und das zwingt mich eigentlich dazu, den Monat zu mögen. Ich arbeite daran 😉

    Liebe Grüße
    Angelika

  5. Annette

    Liebe Hilde, an dir ist einfach eine Poetin verloren gegangen!!! Du hast mit allem so Recht!! Ich liebe den Wandel der Jahreszeiten und freue mich auch immer auf die vorweihnachtliche Gemütlichkeit…., und da gehört der Herbst mit dem November unbedingt dazu!!! Nur so schön sagen wie du kann ich es nicht ☺, deshalb danke und gemütliche Grüße von Annette

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